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...der Trierer Römersprudel

Nicht nur die Römer tranken aus der Mineralquelle im Mattheiser Wald, sondern die Quelle und ihre heiltätige Wirkung waren schon lange Zeit bekannt, bevor die Römer Trier gründeten.

Bei archäologischen Ausgrabungen entdeckte 1949 das Rheinische Landesmuseum Trier, im Bereich der Quelle, vier verschiedene Quellfassungen aus Holz. Mit den wissenschaftlichen Methoden der damaligen Zeit war es jedoch noch nicht möglich, die Hölzer der Quelleinfassungen zeitlich zu bestimmen. Man war sich aber damals einig: Die Quellfassungen sind römisch!

Denn in den Erdschichten rund um die hölzernen Fundstücke herum hatten die Wissenschaftler römische Münzen, Teile von römischen Trinkbechern und auch Bruchstücke aus der Dachkonstruktion eines römischen Brunnenhauses gefunden.
Seitdem wird die Quelle im Mattheiser-Wald, im Volksmund, als Römerquelle bezeichnet.

Bevor die römischen Fundstücke ans Tageslicht gebracht worden waren, wurde die Quelle "Mattheiser-Sauerbrunnen" genannt, denn sie gehörte bis zur Säkularisierung im Jahr 1802 zur Benediktinerabtei St. Matthias.

Weitere Untersuchungen des Landesmuseums sollten zeigen, dass die Nutzung der Quelle noch sehr viel weiter in die Vergangenheit zurückreicht.

Ab 1970 können im Rheinischen Landesmuseum in Trier Jahresringanalysen an Holzfunden durchgeführt werden. Diese sog. dendrochronologischen Methoden kamen auch bei den Hölzern aus den entdeckten Quellfassungen zur Anwendung. Auch einzelne Tannenholzstücke aus dem Brunnenhaus (Gesimsbrett und Fußbodendiele) wurden mit der Methode untersucht. Jetzt konnte das Landesmuseum, mit großer Genauigkeit den Bau des Brunnenhauses dem Ende des 1. Jhd. v. Chr. zuordnen und zwei der Quellfassungen (Nr. 3 und Nr. 4) in die Jahre um 113 und 141 n. Chr. Geb. und somit in die Blütezeit des römischen Triers.

Insgesamt waren aber 4 Quellfassungen gefunden worden. Unter den beiden Einfassungen aus dem 2. Jh. n. Chr. befanden sich zwei weitere Quellfassungen, die also älter sein mussten. Man nahm daher an, dass die zwei Brunnen aus der Zeit der Kelten stammen. Mit Hilfe der Jahresringfolgen konnte damals aber nur festgestellt werden, dass die beiden Quellfassungen mit Sicherheit nicht aus der Römerzeit stammen und älter sind, eine genaue zeitliche Einordnung war noch nicht möglich.

Klarheit brachte erst 1998 eine erneute Untersuchung (mit Radiokarbon-Analysen) der Hölzer im Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln. Die Hölzer der beiden Quellfassungen waren sehr viel älter als angenommen. Ihr Alter reichte weit vor die Keltenzeit zurück.

Nach diesem entscheidenden Hinweis dehnten die Trierer Wissenschaftler die
Analysen der Jahresringfolgen bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. aus. In Zusammenarbeit mit anderen Instituten konnten die beiden älteren Quellfassungen dann schließlich sehr genau datiert werden.
Eine dieser "älteren" Quelleinfassungen ist rund. Sie bildet ein Becken bestehend aus zwei ausgehöhlten Baumstammteilen. Ein Hälfte besteht aus Lindenholz, die andere aus Eichenholz. Dieses Becken sah also aus wie ein Fass oder Bottich. Das Fass konnte mit einem Brett abgedeckt werden, es gab eine Öffnung, damit das Quellwasser einlaufen konnte.

Der Eichenholzstamm war 1969 v. Chr. gefällt und zum Bau der Quellfassung benutzt worden. Gleich neben dem runden "Quellbottich" wurde eine weitere Quellfassung ausgegraben, ein rechteckiger Holzkasten, zusammengesteckt aus Eichenbohlen. Die Eichen, aus denen die Bohlen hergestellt worden waren, wuchsen zwischen 1655 und 1553 v. Chr. Die Quelle wurde also bereits in der frühen Bronzezeit, vor fast 4000 Jahren genutzt und geschätzt.

Im 18. Jhd. wurde das Quellwasser in braunen Tonkrügen mit dem Stempel: "Mineralbrunnen St. Mattheis Trier" kommerziell vertrieben. Bis 1977 war der Brunnen in Betrieb, dann wurde die Produktion von Tafelwasser und Limo aus der Römerquelle" eingestellt.

Heute ist die Quelle von einem hässlichen "Betondeckel" verschlossen und kaum ein Spaziergänger ahnt, welch lange Geschichte sich darunter verbirgt.
Wer mehr erfahren möchte über die spannende Geschichte des Trierer Römersprudels, sollte unbedingt die Dauerausstellung im Trierer Landesmuseum besuchen. .

Alle Informationen und Bilder sind "abgekupfert" bei einem Aufsatz mit dem Titel "Der Trierer Römerbrunnen" bei Mechthild Eiden in "Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier"- 36, Landesmuseum Trier 2004, S.7 - S.14) und "Rettet das römische Trier".
Wer mehr über die Nutzung des Brunnens im 19. Jhd. wissen möchte, kann mal anklicken bei: ttp://www.roscheiderhof.de/kulturdb/client/einobjekt.php?id=4 393/

Abbildung Nr. 1 und Nr. 2 zeigen das römische Brunnenhaus mit den zwei "jüngeren" rechteckigen Quelleinfassungen.
Abbildung Nr. 3 zeigt das runde Fass gezimmert aus den beiden Hälften einer Linde und einer Eiche. Beide Bäume wuchsen in der Bronzezeit.
Abbildung Nr. 4 zeigt das "Stecksystem" aus Eichenbohlen, welches in der Bronzezeit als Quellfassung diente.

Silvia Schäfer

Der Römersprudel von innen. Foto: Jupp Lenz

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